Für einen Hund, wie Bob, der nichts kennt und nur nach dem Geruch geht
Hintergrund: Die Rezepte aus dem Topping-Ideen Buch finde ich großartig. Findus, meinem ersten Landseer, hätte ich damit eine riesige Freude gemacht. Findus war aber auch ein Hund, der reife Himbeeren von unreifen unterscheiden konnte (vermutlich am Geruch?) und nur die reifen Himbeeren von den Ruten gemopst hat, schneller als ich sie ernten konnte. Ein Hund, der im Herbst abends im Dunkeln neben uns gesessen und gehört hat, dass ein Apfel oder eine Birne aus den Bäumen nach unten „rauscht“ und sofort losgeschossen ist, um sich diesen Apfel oder diese Birne zu sichern. „An apple per day keeps the doctor away.“ Nach diesem Motto ist Findus wohl vorgegangen. Vielleicht wurde er deswegen über 14 Jahre alt.
Bob kann damit nichts anfangen.
Bananen? Äpfel? Süßkartoffeln? Rote Bete? Kenn ich nich‘, freß‘ ich nich‘.
Bob ist ein rumänischer Herdenschutzhund, Bucovina oder Bucovina-Mix, den ich Anfang Dezember 2025 von „Ein Herz für Streuner“ übernommen habe. Bob muss sehr schlimme Erfahrungen gemacht haben, er ist verschüchtert und ängstlich, bekommt Panikattacken, lässt sich nicht anfassen und verschwindet, wenn ich den Raum betrete, in eine Ecke, in der er sich inzwischen halbwegs sicher fühlt. Auch zu fressen hat er sich anfangs kaum getraut.
Aus dieser Erfahrung (und daraus, dass er Wolfsblut Range Lamb mit einem Beruhigungsmittel stehen lässt) habe ich jetzt ein paar kleine eigene Rezepte entwickelt, die sich vielleicht auch für andere mäkelige Fresser eignen. Und vor allem: man kann etwas mehr davon auf Vorrat vorbereiten und im Kühlschrank ein paar wenige Tage aufbewahren. Und: kein Kochen.
Achtung: alle Rezepte sind nicht für nierenkranke Hunde geeignet, da sie Salz enthalten. Und nur mit großen Einschränkungen dürfen auch Katzen davon naschen (die ja viel empfindlicher auf Salz reagieren als Hunde, weil sie viel weniger trinken).
Schleckmatte 20 x 20 cm
- 100 g Frischkäse
- 2 TL Leberwurst
- 1/2 TL Kokosöl
Mit einem Stabmixer vermischen und auf die Matte streichen.
Kann im Sommer auch mit der Matte eingefroren werden und dann (vielleicht leicht angetaut) als erfrischendes Hunde-Eis gegeben werden.
Kong-Füllung
- 2/3 Quark
- 1/3 Möhre (geschält und fein gerieben)
- 1/2 TL Hanföl
- 1/2 EL fein geriebener Parmesan oder Grana Padano
Ebenfalls alles mit einem Stabmixer vermischen und mit einem Teelöffel in den Kong füllen. Auch der Kong kann mitsamt Füllung eingefroren werden.
Hanföl wirkt bei vielen Hunden verdauungsanregend. Daher im Zweifelsfall lieber ersetzen durch Kokosöl oder Leinöl.
Topping für mäkelige Fresser (oder zum Verstecken von Medikamenten), auf Vorrat für mehrere Mahlzeiten
- 1 Dose Thunfisch in Lake (in einem Haarsieb ausgespült und ausgedrückt)
- 1/2 Paket Frischkäse (ca. 87,5 g)
- 1 EL Leinöl
- etwas Wasser
Alles mit einem Stabmixer vermischen.
Das Wasser macht die Sache so flüssig, das man es als Topping über das Futter geben kann. Ohne Wasser eignet sich diese Mischung für Schleckmatte oder Kong.
Topping für ganz mäkelige Fresser, ebenfalls auf Vorrat für mehrere Mahlzeiten
- 1 Dose Hüttenkäse
- 2 EL Leberwurst
- 1 EL Leinöl
- etwas Wasser
Alles mit einem Stabmixer vermischen. Auch hier gilt, wie beim Rezept zuvor: Wasser macht die Sache toppingtauglich… Ohne Wasser eignet sich die Mischung für Schleckmatte, Kong, etc.
All das erfordert kein Kochen und nur wenige Vorräte. Man kann es auch (zusammen mit vielen anderen Sachen) in z.B. Silikon-Muffins-Formen füllen und damit eine andere Form einer „Schleckmatte“ anbieten.
Wird der Hund sicherer und neugieriger, kann man in kleinen Mengen Bananen, Äpfel, gekochte Süßkartoffel, gekochten Vollkornreis, gekochte Rote Bete, Wildkräuter wie Giersch, Brennnessel, Löwenzahn u.a. daruntermischen und diese Mengen peu à peu erhöhen (bei Wildkräutern bitte nur in winzigen Mengen!), dafür die Mengen an Leberwurst/Thunfisch/Hüttenkäse langsam aber sicher reduzieren.
Letztlich sind der Fantasie nur Grenzen durch die Akzeptanz des Hundes gesetzt.
Bei allem bitte beachten: unsere Hunde sollen keine Rollmöpse werden. Die Futtermengen des Hauptfutters also bitte entsprechend reduzieren. Und: als Dauerfütterung ist all das nicht geeignet. Sobald es also anders geht: Menge an Toppings unbedingt reduzieren, Schleckmatten oder Kong-Füllungen tatsächlich nur als Leckerli ein- oder zweimal pro Woche anbieten.
Monika Halfmann

